ABC DER TÜRENBEGRIFFE

TASCHENANKER Auch als Hutanker bezeichnet.
Er ermöglicht bei einer Türmontage in Gipskartonwände eine leichte
und schnelle Montage, sofern die Errichtung der Wandkonstruktion
und der Ständerkonstruktion zusammmen mit der Montage der Türzarge
erfolgen kann.
Der Taschenanker ist fest mit der Türzarge verschweißt.
Die Türzarge muß als Umfassungszarge ausgebildet sein.
Die Breite der Abkantung des Taschenankers muß der Tiefe des
Ständerwerkprofils entsprechen.
TOR Die allgemeingültige Definition besagt, daß jedes
Tür, deren lichte Wandöffnung entweder breiter als 2500 mm
oder höher als 2500 mm ist, als Tor bezeichnet wird.
Somit entstehen Bezeichnungen wie z.B. Schiebetor,
Drehtor, Hubtor, Schwing- oder Sektionaltor.
TOUR Damit ist anders als in der Welt des Sports das
Ausfahren des Riegels aus einem Schloß gemeint.
Besser gesagt: Läßt sich ein Schloß mit Hilfe des
Schlüssels nur einmal überschließen, fällt der Riegel
also bereits nach einmaligem Drehen des Schlüssels auf
seine maximale Länge aus, so nennt man das Schloß
eintourig! Falls zwei Umdrehungen zum vollständigen
Ausschluß des Riegels nötig sind, handelt es sich um
ein zweitouriges Schloß.
TREIBRIEGEL Als verallgemeinernder Begriff für die Verriegelung
von zweiflügeligen Türanlagen wird der Begriff Treibriegel
verwendet. Es gibt jedoch unterschiedliche Ausführungen
von Treibriegeln. Siehe auch: Aufliegender Treibriegel,
Schwenktreibriegel, Stulpkantenriegel, Falztreibriegel
TRITTFESTSTELLER Trittfeststeller werden unten auf dem Türblatt
aufgeschraubt (meist auf Bandgegenseite).
Mit dem Fuß lassen sich die Riegel nach unten Verriegeln,
der unten am Riegel befestigte Gummipuffer arretiert dann
den Türflügel in der entsprechenden Position bis der Tritt-
feststeller durch das Betätigen eines Ausrasthebel wieder
gelöst wird.
TÜR Was für ein Wort!
Was gibt es noch dazu zu sagen?
Türen gibt es höchst unterschiedlichen Ausführungen,
Variationen, Größen, Formen, Farben und Handhabungen.
Was sagt das DIN-Taschenbuch dazu? "Eine eigene Begriffsnorm für Türen im Bauwesen einschließlich
des Zubehörs gibt es bis heute nicht, obgleich dafür ein
dringender Bedarf besteht und auch schon vor vielen Jahren
eine Norm-Nummer reserviert wurde (DIN 18104). Bisher fand
sich leider niemand, der die umfangreichen Arbeiten für die
Aufstellung einer entsprechenden Norm-Vorlage übernehmen würde.
TÜRFESTSTELLER Türfeststeller werden zum mechanischen Arretieren von
Türflügeln eingesetzt, also um Türen ganz gewollt offenzuhalten.
Mechanische Türfeststeller gibt es in höchst zahlreichen
Ausführungen und Qualitäten, z.B. mit oder ohne intergriertem
Gummipuffer. Sie dürfen nicht eingesetzt werden, um Feuer- oder
Rauchschutztüren festzustellen! Der ältest und wohl auch immer noch beliebteste Türfeststeller
ist und bleibt der Holzkeil - einfach, billig, recycelbar und
einsetzbar für jeden beliebigen öffnungswinkel...
TÜRSPION Türspion ermöglichen einen Blick auf das Umfeld auf der
"anderen" Seite der Tür.
Sie werden z.B. an Hauseingangstüren oder in Haftzellen eingesetzt.
TÜRWÄCHTER Die gängigsten Türwächter werden von der Firma Winkhaus
hergestellt. In der üblichen Ausführung handelt es sich um "kleine
grüne Kästen", die unterhalb von Türdrückergriffen montiert werden.
Will nun jemand durch diese Tür treten (z.B. bei Notausgangstüren in
Supermärkten, so muß der Kasten zur Seite geschwenkt werden, wodurch
eine batteriegespeiste Alarmsirene ausgelöst wird.
VIERKANT Der Vierkant stellt beim angebauten Türbeschlag die formschlüssige
Verbindung zwischen Schloß und Türdrücker her. Er sitzt sowohl in der
Nuß des Schlosses (siehe oben) als auch im Drückerteil des Beschlages.
Vierkantstifte gibt es in unterschiedlichen Längen und Abmessungen,
abhängig von Türblattstärke und Schloßart.
Vierkante werden auch als Vierkantstifte bezeichnet, als Wechselstift
benennt man einen Vierkant dann, wenn er einseitig für die Verschraubung
in den festen Knopf (bzw. Knauf) einer Wechselgarnitur vorgerichtet ist.
Diese Schraubverbindung ist von Hersteller zu Hersteller verschieden in
Ausführung und Qualität.
Es gibt zahlreiche Sonderausführungen bei Vierkanten, so z.B. abgesetzte
Vierkante oder auch Sondervierkante für einseitige Klemmbefestigungen in
Nüssen für die Aufnahme von Halbdrücker-Garnituren.
VOLLPANIK Im Rahmen von Fluchtwegplänen oder durch Bedarf bei Anwendung
der Versammlungsstättenverordnung werden u.U. lichte Türdurchgangs-
maße gefordert, die von einflügeligen Türen aus praktischen Gründen nicht
mehr abzudecken sind. Hier müssen dann zweiflügelige Türanlagen
eingesetzt werden.
Im Panikfall muß dann gewährleistet sein, daß die versehentliche Zuerst-
Betätigung des Standflügels anstelle des Gehflügels beim Fliehen auch
die sichere vollständige öffnung der Tür gewährleistet.
Dafür werden zweiflügelige Türen mit sogenannter Vollpanikfunkton
ausgestattet.
Dabei handelt es sich um Türen mit einer eingebauten Schloßkombination,
die Betätigungsgriffe sowohl auf dem Geh- als auch auf dem Standflügel
ermöglicht. Das Schloß im Gehflügel funktioniert dabei erstmal wie ein
handelsübliches Panik-Schloß, d.h. auch bei übergeschlossenem Riegel
kann die Tür von innen immer durch Betätigen des Türdrückers geöffnet
werden. Die Besonderheit liegt vielmehr in dem Schloß des Standflügels:
Bei Betätigung dieses Schlosses (durch Drücker oder Panik-Stangengriff)
wird einerseits die Verriegelung des Standflügels in der Zarge entriegelt und
gleichzeitig - um das Verkanten mit dem Gehflügel bei etwa ausgefahrenen
Riegel zu verhindern werden mithilfe einer Mechanik Falle und Riegel des
Gehflügel-Schlosses zurückgeschoben!
Damit ist ein sicheres öffnen beider Türflügel sichergestellt, die volle
Fluchtwegbreite steht den fliehenden Menschen zur Verfügung.
WECHSEL Als Wechsel bezeichnet man die Funktion eines Schlosses, die es
einem ermöglicht, mit Hilfe des Schlüssels die Falle zurückziehen zu können,
ohne den Türdrücker betätigen müssen.
Eine Wechselfunktion des Schlosses ist daher immer dann unerlässlich, wenn
ein Zugang von einer Türseite ermöglicht werden soll, auf der sich kein
Türdrücker befindet (z.B. Hauseingangstüren mit festen Stoßgriffen außen).
WECHSELGARNITUR Als Wechselgarnitur wird ein Türbeschlag dann bezeichnet,
wenn sich auf einer der beiden Seiten der Tür eine Klinke und
auf der anderen ein fester, nicht drehbarer Knauf oder Knopf
befindet.
ZARGE Zarge ist derjenige Teil einer Tür, der fest in der die Türföffnung
begrenzenden Rohbauöffnung montiert wird-
In der Zarge drehbar gelagert (mit Hilfe von Türbändern) ist das Türblatt.
Bezüglich der Zarge gibt es verschiedene Fachtermina. Bitte sehen Sie dazu
unseren Sonderbereich in unserem Internet-Lexikon ein.